Gerüstet mit dem Reiseführer machen wir uns nach einem recht großzügigen Frühstück Richtung Bairro Alto auf. Um in den oberen Stadtteil zu gelangen, kann man einen der sog. "Elevadores" benutzen. Wir entscheiden uns für den "Elevador da Glória".

Die Fahrt nach oben dauert nur wenige Minuten, aber das Anstehen und Abwarten bis zur Abfahrt insg. über 20 Minuten. Wir sind aber froh, den steilen Aufstieg nicht machen zu müssen.

Oben angekommen werden wir mit einer tollen Aussicht vom "Miradouro Sao Pedro de Alcântra" belohnt.

Wir laufen durch den Bairro und sehen unter Anderem den "Parque Principe Real", in dem eine uralte Zeder steht, die, von einem Spalier gestützt, einen Pavillon bildet.

Die kleinen Gassen scheinen nicht für Leute unserer Größe gemacht zu sein. Sibi scheint neben dem Eingang etwas überdimensioniert. Erinnert uns ein wenig an Rupit.

In einem kleinen Laden habe ich ein Bild von Butterblume gefunden. Eine geheime Nachricht?? Jedenfalls hat sie mir Glück gebracht, in einem kleinen Laden habe ich ein schönes Sommerkleid für lediglich 15 Euro gefunden.

Jedes Mal, wenn wir am "Elevador da Justa" vorbeikamen, war die Schlange furchtbar lang und uns die Zeit zu Schade, um sie wartend zu verbringen. Stattdessen entscheiden wir uns, nach Belém zu fahren.

Auf der "Praca do Comercio" wollen wir eigentlich nur die Bahn nach Belém nehmen, werden aber von einem dubiosen Typen angesprochen. "Marihuana?". Er streckt uns ein sattes Päckchen entgegen, am hellichten Tage. Und ich dachte, das passiert nur in Amsterdam!

In Belém ist unsere erste Station die "Pastelaria", die die berühmten Törtchen verkauft. Frische Blätterteig"pasteten" mit einer Sahnepudding-Füllung, die mit Puderzucker und Zimt bestreut werden. Frisch aus dem Ofen ein GENUSS. Wir setzen uns in den Park und lassen uns zuerst einige salzige Pasteten und dann die Spezialitäten schmecken. Ich mache Kassensturz, was die komischen Vogelscheuchen, die auf der Parkbank sitzen, aufhorchen lässt. Eine der alten "Zigeunerinnen" steht auf und will mir unbedingt aus der Hand lesen. "Tenho uma surpresa para a senhora" (Ich habe eine Überraschung für sie bereit).... klar, das weiß sie schon ohne auch nur in die Nähe meiner Hände gekommen zu sein. Ich wimmle sie ab "Nao acredito nisso" (Ich glaube nicht an sowas). Sie bleibt beharrlich "Más o rapaz, posso ler o futuro dele" (Aber der Junge Herr, ich kann seine Zukunft lesen). Nene, sage ich, der versteht die Sprache nicht. Aber ich könne es doch übersetzen... Wir fühlen uns belästigt und verschwinden aus dem Park. Später sehen wir die Frau andere Touristen abzocken. Wer's glaubt!

Weiter zum Hieronymuskloster. Unsere Reisekasse erlaubt es uns nicht, auch den Kreuzgang zu besichtigen, aber die Kirche ist wirklich sehr schön. Hier lag auch Vasco da Gama in einem Sarkophag beigesetzt.

Wir besteigen noch das Entdeckerdenkmal, den Entdeckern Portugals gewidmet, natürlich auch Pedro Álvares Cabral, dem Entdecker Brasiliens.
Abends sind wir dann auch zu seinen Ehren ins Rodizio nebenan (neben dem Hotel) gegangen und haben typisch brasilianisch gespeist: FLEISCH. Fleisch mit Fleisch, und als Nachtisch Fleisch.